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23. September 2022

Foto: Volker Schütz

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Alfred Gulden "Die Taschen der Madame Carrive"


Montag, 12.09.2022, 20 Uhr

Aus Notizen, die Gulden während eines längeren Bordeaux-Aufenthaltes machte, wurden Geschichten: unter anderen die Lebensbeichte eines Bettlers in der Kirche St. Seurin, oder wie Alfred Jarrys Fahrrad aus den Hochwasser führenden Fluten der Garonne auftaucht, vom kleinen Buddha in einem Friseursalon in Libourne, die Bekanntschaft mit einem Fremdenlegionär, der mit Platanen spricht, der tollkühne Flug dicht um Montaignes Turm, vom Mann, der als Dionysos von Pomerol bekannt ist, und von Madame Carrive:
"Sie müssen Madame Carrive kennenlernen, unbedingt!", hatte man Gulden nach seiner Lesung im Goethe-Institut von Bordeaux gesagt. "Eine hochinteressante alte Dame. Aber sie ist schwierig." Nach einem Telefonat ("Kommen Sie, aber seien Sie pünktlich!"), fuhr er zu ihr und lernte sie kennen. Besuchte sie dann immer wieder: Eine deutsche Jüdin aus Breslau, die den französischen Surrealisten Jean Carrive geheiratet hatte, und so dem Naziterror entkommen konnte. Sie lebte allein auf der Girarde, einem Weingut vor Bordeaux. Dort erzählte sie ihm in langen "Küchengesprächen" aus ihrem bewegten Leben.

In Kooperation mit dem VS Saar.