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Julia Gerhards
"Medasunja"


27.01.- 13.03.2022
Eröffnung am Mittwoch, 26. Januar, 18-20 Uhr

In ihrer Videoperformance Medasunja untersucht die Saarbrücker Künstlerin Julia Gerhards mit Hilfe abstrakter, sinnentleerter Sprache eine Form der Selbstberuhigung in einem Moment der Überforderung. Sie zeigt in mehreren Projektionen Sequenzen ihres Kopfes gleichzeitig, die einzeln und miteinander, oft auch gleichzeitig reden - allerdings nicht in einer verständlichen Form, sondern in einer biblischen Gebetssprache, die in der christlichen Szene auch heute noch zur Selbstauferbauung genutzt wird.
Julia Gerhards musste feststellen, dass an sie sehr viele Ansprüche herangetragen wer-den - sie soll nicht nur eine Identität als Künstlerin entwickeln, sondern viele - und neben der künstlerischen Tätigkeit gleichzeitig u. a. als Grafikerin oder PR-Managerin arbeiten. Dies löste bei ihr einen Moment der Überforderung aus, dem sie etwas entgegensetzen wollte. Sie nutzt dabei diese Gebetssprache als Methode der Selbstberuhigung, wobei die sprachlichen Überlagerungen teilweise selbst überlastend wirken.
Dabei entsteht eine Sprachzeichnung, die in Ansätzen an Schwitters Ursonate erinnert. Doch Julia Gerhards hat keine dadaistische Motivation, es geht ihr vielmehr um einen Fluss abstrakter Sprache, um Überlagerungen, um Anspannung und Entspannung, Überforderung und Selbstberuhigung.

Julia Gerhards untersucht in ihrer Kunst generell Optimierungs- und Kontrollverlustprozesse. Sie ist nie am Perfekten interessiert, sondern an den Grenzgängen, am Scheitern und wieder Aufstehen, an Kontrolle und Zufall. Sie war bis 2021 Meisterstudierende bei Prof.in Katharina Hinsberg und Prof. Eric Lanz (2014-2021), ist Preisträgerin des Deutschlandstipendiums (2017), war dreimal Finalistin des Peter und Luise Hager-Preises (2019/2020/2021), wurde für das Förderprogramm 2019 von gopea, der gallery of pre-established art ausgewählt und war 2021/2022 Atelierstipendiatin des Saarländischen Künstlerhauses.