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Karen Fritz


15.04.2021 - 30.05.2021

„it.erratic“


Die bildhauerische Reihe “it.erratic” ist eine Erweiterung und Erneuerung der Arbeit “Dynamisch-Kontingentes Elemente System” (2018-2021). Karen Fritz kombiniert physikalische und mathematische Phänomene zu Objekten, die die Berechenbarkeit der Modelle aufbrechen und sich stetig unvorhergesehen wandeln. Sei es durch zufällige Ereignisse von außen, Wachstum von Pflanzen und Algen, oder durch die verwendeten Materialien.

Ein Kreis, drei Punkte, verbunden durch Linien. Drei Linien treffen sich von den Ecken ausgehend in der Mitte. In jeder der drei Flächen, die entstehen, treffen sich wieder drei Linien von den Ecken ausgehend in der Mitte, und wieder, und wieder.

Iterationen (vgl. Mandelbrot) sind Grundlage zur Simulation realistisch wirkender und komplexer Animationen. Ebenso dienen sie zur Berechnung von natürlichen Prozessen und Erscheinungsformen. Zufall wird durch Wahrscheinlichkeit im Mittel simuliert. Entsteht jedoch in der Einzigartigkeit des Zufalls nur ein erratischer Moment, der sich jeder Berechnung und Vorhersagbarkeit entzieht? Kann Leben berechnet werden?

Iteration wird in der stetigen Wiederholung als skulpturale Handlung eingesetzt. Material, Ereignisse von außen, intuitives Vorgehen und tatsächliches Pflanzenwachstum formen und stören diese Gleichmäßigkeit. Im Inneren der Visualisierung mathematischer Prinzipien der Skulptur entsteht ein Kosmos aus Wasser, Algen und Wärme. Ist die künstlich geschaffene Welt doch nur deshalb faszinierend, weil sie letztendlich aus Natur besteht und in gewissem Umfang macht, was sie will? Ist Beobachtung nur dann interessant, wenn unvorhergesehene Dinge passieren? Ist der technokratische Mensch als Herrscher*in über sogenannte Natur dann nicht sich selbst ein Feind?

In Verbindung mit der Video-Perfomance “in den Wald um zu reden”, in der Bruchstücke stereotypischer Sätze der Covid-19-Zeit so in die Kamera gesprochen werden, dass diese durch den Atem beschlägt, wird auch die Lock-Down-Situation, mehr als diffuse Beobachtung denn als Statement, thematisiert. Sogenannte Natur als Ausweichort, Leben unter einer Glocke, Soziale Nähe, getrennt durch den Screen und die digitale Ästhetik.

Karen Fritz, geb. 1988 seit 2018 Meisterstudierende bei Prof. Daniel Hausig, HBK Saar seit 2018 künstlerisch-wissenschaftliche Mitarbeit lifa-research online Datenbank 2018 Master Freie Kunst, HBK Saar 2017 Saatsexamen Freie Kunst, Germanistik 2013 Institut Supérieur des Arts, Toulouse 2012-2013 Universitatea Nationala de Arte, Bukarest 2009 Hochschule der Bildenden Künste Saar, seit 2012 bei Prof. Daniel Hausig Universität des Saarlandes, Studium der Germanistik

Residenzen: 2019 Künstlerresidenz ARTMIX, Luxembourg - Saarbrücken 2018 Künstlerresidenz der François-Schneider-Stiftung, Wattwiller 2017 Künstlerresidenz in Annexes de Bourglinster, Luxembourg

Stipendien und Preise: 2020 Preis 20mal1000 Corona-Hilfe der Unionstiftung und PopRat Saar 2020 Peter und Luise Hager-Preis, 2. Platz mit Kollektiv Maria Pauer

Ausstellungen/Projekte 2021 Wieviele Pyjamas braucht das Home-Office? Arbeit und Kultur Saarland GmbH 2020 Paradox: Transparenz. Künstlerische Aktionen hinter der Scheibe. Automat Artspace, Saarbrücken Glaube, Peter und Luise Hager-Preis mit Kollektiv Maria Pauer, Saarländische Galerie Berlin und Galerie der HBK Saar, Saarbrücken Anders, mit Kollektiv < peripher >, Galerie der HBK Saar, Saarbrücken
Abb.: Karen Fritz

Aufgrund der aktuellen Situation kann keine Vernissage stattfinden. Die Künstlerin wird am Tag der Eröffnung am 14.4. von 16.00 bis 20.00 Uhr anwesend sein. Ein Besuch der Ausstellungen ist grundsätzlich nur nach vorheriger Terminabsprache möglich un-ter info@kuenstlerhaus-saar.de oder 0681 372485 mit Angabe der Kontaktdaten. Das Tragen eines medizinischen Mund-Nasen-Schutzes ist verpflichtend.